Nach dem Tod seines Gründers Mario Fantin zog das CISDAE des Italienischen Alpenvereins an einem kalten Januartag von Bologna nach Turin um und wurde im Albertinischen Flügel des Museo Nazionale della Montagna untergebracht, zusammen mit all den anderen Sammlungen und Materialien (Photo, Film und Dokumente), die das Museum erworben hatte, um ein Zerstreutwerden bzw. einen Verlust zu verhindern. In den Folgemonaten wurde jede Seite, jede Photographie, jede Karte immer wieder neu untersucht, erforscht, katalogisiert. Die Zusammenstellung der Karteikästen nahm viele Jahre in Anspruch. Das Archiv offenbarte die außerordentliche Sorgfalt seines Gründers, dessen Persönlichkeit, die Kriterien seines Sammelns. Fantin war ein ungewöhnlich besessener Sammler, nichts ließ er sich entgehen, nichts überließ er dem Zufall. Seine Informationen kamen alle aus erster Hand, sie waren präzise und zuverlässig; die Grunddokumentation über die außereuropäischen Gebirge in den Originalsprachen gehalten. Karten, Bilder von Bergen, Dokumente gab es in mehrfacher Ausführung, sie wurden wieder und wieder photographiert und den Verantwortlichen der Expeditionen zugesandt. Jede Einzelheit, die ins Archiv Eingang finden sollte, war von seinem Betreuer mit äußerster Genauigkeit überprüft worden. Kein Photokopiergerät gab es – dafür konnte man beim Ordnen des CISDAE und der anderen vom Museum erworbenen Bestände tausende Durchschläge mit den Spuren des Kohlepapiers finden, eine unglaubliche Zahl von mit dem Photoapparat “vervielfältigten“ Bildern (das war für Fantin sein Photokopiergerät) und Photoreproduktionen von Artikeln, sogar von nicht mehr auffindbaren Büchern. Der Rest bestand aus Pappmappen voller handschriftlicher Aufzeichnungen, aus maschinenbeschriebenen Seiten in übergroßer Zahl, aus Entwürfen, aus Regalen voller Bücher, Führer und kleinerer Drucke und Broschüren. Und die Bücher, die Monographien, die Zeitschriften, die Zeitungsseiten, die aus Veröffentlichungen jeder Art ausgezogenen Artikel waren voller Notizen, Unterstreichungen, Verweise, Erläuterungen, Anmerkungen.
Doch der Weg, den Mario Fantin eingeschlagen hatte, erwies sich als schwer und einsam. In seinem ganzen Leben konnte der Gelehrte aus Bologna nicht delegieren: alle Arbeitsvorgänge mußten durch die Hände dieses einen Mannes gehen. Dieselbe Bearbeitungsweise, die seit einigen Monaten dem CISDAE gegolten hatte, wurde bei den dem Museum gehörenden Photo- und Filmsammlungen angewendet: Reinigung, Restaurierung, Sammlung aller erhältlichen Angaben zur Identifizierung, Einordnung und Klassifizierung eines jeden Bildes, jedes Schnipsels Filmmaterial.
Die “Epoche Fantin“ findet am neuen Ort im Museum ihre Fortsetzung dank der Arbeit des neuen Kurators Luciano Ghigo, dem sich bald auch Roberto Mantovani zugesellt; und jetzt hat er Gilberto Merlante als Nachfolger. Das CISDAE hat durch die Jahre hindurch die Sammlung von Daten und Material fortgesetzt und angeregt und ist dadurch zu einer wichtigen Dienstleistungsstätte für diejenigen geworden, die Alpinismus auf außereuropäischen Bergen betreiben wollen - dies heute auch dank der entscheidenden IT-Unterstützung.
Doch der Weg, den Mario Fantin eingeschlagen hatte, erwies sich als schwer und einsam. In seinem ganzen Leben konnte der Gelehrte aus Bologna nicht delegieren: alle Arbeitsvorgänge mußten durch die Hände dieses einen Mannes gehen. Dieselbe Bearbeitungsweise, die seit einigen Monaten dem CISDAE gegolten hatte, wurde bei den dem Museum gehörenden Photo- und Filmsammlungen angewendet: Reinigung, Restaurierung, Sammlung aller erhältlichen Angaben zur Identifizierung, Einordnung und Klassifizierung eines jeden Bildes, jedes Schnipsels Filmmaterial.
Die “Epoche Fantin“ findet am neuen Ort im Museum ihre Fortsetzung dank der Arbeit des neuen Kurators Luciano Ghigo, dem sich bald auch Roberto Mantovani zugesellt; und jetzt hat er Gilberto Merlante als Nachfolger. Das CISDAE hat durch die Jahre hindurch die Sammlung von Daten und Material fortgesetzt und angeregt und ist dadurch zu einer wichtigen Dienstleistungsstätte für diejenigen geworden, die Alpinismus auf außereuropäischen Bergen betreiben wollen - dies heute auch dank der entscheidenden IT-Unterstützung.






